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Heuschnupfen bei Kindern

Februar 2019

Was ist Heuschnupfen bei Kindern

Der sogenannte „Heuschnupfen“ bei Kindern ist nichts anderes als eine allergische Reaktion auf bestimmte Allergene, meist Gräserpollen, und wird in der Fachsprache als Allergische Rhinitis bezeichnet.

In der warmen Jahreszeit spielen Kinder am liebsten draußen. Dort atmen sie die in der Luft befindlichen Blüten-, Baum- oder Gräserpollen ein. Normalerweise ignoriert ein gesundes Immunsystem des Kindes diese Stoffe. Im Falle einer Pollenallergie reizen jedoch diese Allergene die Schleimhäute.

Das Kind fängt an zu niesen, seine Augen tränen, die Nase läuft. Zu diesen Symptomen von Heuschnupfen bei Kindern kommt es, weil im Organismus des Kindes Antikörper gebildet werden, die den Botenstoff Histamin freisetzen.

Diese Überreaktion des Immunsystems setzt meist ganz plötzlich ein und kann zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr stattfinden, je nach dem, wann welche Pollen fliegen.

Im Frühjahr sind es die Baumpollen, danach folgen die Gräser- und Getreidepollen im Sommer. Später im Jahr können auch die Kräuterpollen das typische Augenjucken und Niesen auslösen.

Durch den Klimawandel und die Verbreitung von Pflanzen, die von anderen Kontinenten eingeschleppt werden (z. B. Ambrosia aus Amerika) kann es mittlerweile beinahe zu jeder Jahreszeit zu Heuschnupfen kommen.

Ursachen: was triggert Heuschnupfen

Der Heuschnupfen bei Kindern wird durch Allergene ausgelöst, das heißt Pollen, auf die das Kind allergisch reagiert. Zu den häufigsten Auslösern von Heuschnupfen gehören Gräserpollen. Auch Baumpollen, Kräuter- und Blumenpollen können zu einer allergischen Reaktion führen.

Getriggert wird der Heuschnupfen durch Kontakt mit dem entsprechenden Allergen – den Pollen der entsprechenden Pflanze Symptome des Heuschnupfens.

Symptome

Die typischen Symptome des Heuschnupfens bei Kindern sind Augenjucken und Niesen, laufende Nase und erschwertes Atmen. Die Atemmuskulatur verkrampft sich nämlich und die Schleimhaut der Bronchen kann aufgrund der Entzündung anschwellen. Es kann auch zu Halskratzen oder Schluckbeschwerden kommen.

Einige Kinder mit Pollenallergie spüren die Symptome kaum. Ihr Leben wird dadurch kaum eingeschränkt. Andere hingegen können stark betroffen sein, vor allem wenn zu dem Heuschnupfen auch noch einige von ihm getriggerte Lebensmittelallergien hinzukommen.

Therapie und Behandlung bei Heuschnupfen

Die Therapie bei Heuschnupfen stützt sich auf drei Säulen.

Die einfachste Art, die Beschwerden zu verringern besteht darin, die auslösenden Allergene zu meiden. Man kann zu der entsprechenden Jahreszeit die Fenster geschlossen halten und darauf achten, dass die Pollen aus langen Haaren oder Kleidung ausgewaschen werden.

Eher schwer durchführbar ist bei Kindern die Empfehlung, sie sollten sich möglichst wenig draußen aufhalten. Das würde die Lebensfreude und soziale Kontakte erheblich einschränken.

Der Aufenthalt im Freien ist oft problemlos, wenn Allergie-Therapeutika verabreicht werden. Beliebt sind in diesem Zusammenhang Antihistaminika, die das Kind als Augentropfen oder Nasenspray benutzen kann. Manchmal verursachen sie jedoch Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Müdigkeit.

Um die Pollenallergie langfristig unter Kontrolle zu bekommen wird eine Immuntherapie angewandt. Diese Behandlung wird auch als Hyposensibilisierung bezeichnet und dauert oft mehrere Jahre. Bei dieser Methode werden die Allergene unter die Haut gespritzt, um das Immunsystem auf diese Weise an sie zu gewöhnen. Diese Behandlungsmethode eignet sich besonders gut, wenn genau bekannt ist, welche Pollen den Heuschnupfen beim Kind auslösen.

Langzeiteffekte

Wenn man bei Heuschnupfen gänzlich auf Therapie verzichtet, führt die ständige Reizung der oberen Atemwege dazu, dass sich die Symptome auf die unteren Atemwege (die Bronchien) verlagern. Es kommt zu dem sogenannten „Etagenwechsel“. Ungefähr 30 % der Heuschnupfenpatienten, die sich nicht behandeln lassen, entwickeln ein allergisches Asthma. Deswegen sollte man den Heuschnupfen beim Kind nicht auf die leichte Schulter nehmen und nach gezielten Behandlungsmöglichkeiten suchen.

Diagnose

Bei der Diagnose stellt sich oft die Frage, ob es sich um eine Erkältung oder Heuschnupfen bzw. eine andere Allergie handelt. Typisch für Heuschnupfen bei Kindern ist, dass er plötzlich einsetzt. Eine Erkältung kündigt sich hingegen oft mit Kopfschmerzen oder Kratzen im Hals an. Sie dauert auch ungefähr 7-9 Tage. Die Symptome beim Heuschnupfen können deutlich länger anhalten und kehren meistens jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit wieder zurück.

Die Beschwerden bei einer Pollenallergie sind auch orts- und wetterabhängig. Eine Pollenallergie ist im Freien deutlicher bemerkbar, wobei der Blütenstaub auf der Kleidung oder durch offene Fenster ins Haus gelangen kann. Das Nasensekret ändert im Gegensatz zu einer Erkältung seine Farbe nicht, es bleibt klar und wässrig.

Um mit Sicherheit zu wissen, dass es sich bei den Beschwerden des Kindes um Heuschnupfen bzw. Pollenallergie handelt, sollte ein Bluttest durchgeführt werden.

Wenn sich der Allergieverdacht bestätigt hat, wird ein Test auf der Haut durchgeführt. Dabei werden im Wasser aufgelöste Allergene mit der Haut in Kontakt gebraucht. Damit stellt man fest, gegen welche Pollen das Kind allergisch ist.

Behandlung

Akute Symptome des Heuschnupfens können mit antiallergischen oder antientzündlichen Medikamenten behandelt werden.

Die antiallergischen Mittel, die sogenannten Antihistaminika, bewirken bei akuter Pollenallergie eine deutliche und schnelle Linderung der Beschwerden. Sie können jedoch auch mit Nebenwirkungen wie zum Beispiel Mündigkeit einhergehen.

Antientzündliche Medikamente, zum Beispiel kortisonhaltige Nasensprays wirken deutlich langsamer. Die Wirkung zeigt sich erst nach einigen Tagen.

Prävention

Vorbeugen ist besser als Heilen. Deswegen sollten die Allergene möglichst gemieden werden. Sie können einen Pollenkalender und den Pollenalarm des Wetterdienstes nutzen, um Aufenthalte im freien entsprechend zu planen. Nur stoßweise lüften. In den Städten ist die Pollenkonzentration in der Luft abends am höchsten.


Quellenangaben:

Federal Association of Paediatricians (2016). Hay fever (pollen allergy). Retrieved from www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/heuschnupfen-pollenallergie/

STRÖER Media Brands GmbH. Hay fever in children. Retrieved from www.familie.de/gesundheit/heuschnupfen-bei-kindern-541345.html

ALK-Abelló Arzneimittel GmbH. Asthma. Retrieved from www.allergiecheck.de/asthma/

German Society for Pulmonology and Respiratory Medicine. What is hay fever? Retrieved from www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/heuschnupfen/was-ist-heuschnupfen/