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Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Februar 2019

Warum kann Bluthochdruck in der Schwangerschaft ein Problem darstellen?

Etwa 5 % der Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Bluthochdruck. Dieser kann sich vor, während oder nach der Schwangerschaft einstellen.
Die chronische Hypertonie beschreibt einen Bluthochdruck, der vor oder im Laufe der ersten 20 Wochen der Schwangerschaft auftritt. Schwangerschaftsbluthochdruck
tritt erst nach einem Zeitraum von ca. 20 Wochen auf.

Keine dieser beiden Diagnosen gibt Anlass zur Sorge, aber Ihr behandelnder Arzt wird Ihre Situation genauer beobachten. Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann hauptsächlich aus zwei Gründen problematisch sein:

  • Er kann die Blutversorgung der Plazenta verringern, sodass dem Fötus weniger Sauerstoff und Nährstoffe zugeführt werden. Dies kann zu einem verringerten Wachstum des Fötus und/oder einer Frühgeburt führen.
  • Er kann das Risiko einer vorzeitigen Plazentalösung steigern, bei der sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst und eine Blutung verursacht.

Dann gibt es noch die Präeklampsie. Was hat es damit auf sich?
Präeklampsie tritt bei ca. 5 % - 8 % aller Schwangerschaften auf. Sie tritt vornehmlich nach den ersten 20 Schwangerschaftswochen als Kombination aus Bluthochdruck und einem hohen Proteinspiegel im Urin auf (Proteinurie). Bei Frauen mit langfristig erhöhtem Blutdruck tritt eine Präeklampsie 7–8-mal häufiger auf.
Sichtbare Symptome einer Präeklampsie sind Kopfschmerzen, Sehstörungen, Unterleibsschmerzen, Übelkeit bzw. Erbrechen und Kurzatmigkeit. Die genauen Ursachen sind noch unklar, es gibt aber Hinweise darauf, dass sie das Ergebnis einer anormal platzierten Plazenta sein könnte. Eine Präeklampsie tritt auch vermehrt bei Frauen auf, die zum ersten Mal schwanger sind. Wird sie nicht behandelt, kann sie sich zu einer Eklampsie (potenziell gefährlichen Krampfanfällen) auswachsen.

Ich leide unter Bluthochdruck. Ist eine Schwangerschaft dennoch ungefährlich?

Sie sollten zwingend mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie unter Hypertonie leiden und eine Familie gründen wollen. In den allermeisten Fällen wird es Ihnen und Ihrem Kind prächtig ergehen, dennoch sollten Sie sich der möglichen Risikofaktoren bewusst sein. Ein chronischer Bluthochdruck erhöht das Präeklampsierisiko um etwa 25 %. Auch die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts steigt.

Eine weitere Komplikation bzw. Einschränkung ist, dass manche Blutdruckmedikamente (wie z. B. ACE-Hemmer) während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollten. Ihr Arzt wird Ihnen aber die sicherste Dosis des sichersten Präparats verschreiben. Es ist daher wichtig, sich genau an dessen Anweisungen zu halten, um Ihren Bluthochdruck im Zaum zu halten.

Wie kann ich meinen Blutdruck in der Schwangerschaft senken?

Abgesehen von Medikamenten gibt es eine Menge Möglichkeiten, Ihren Blutdruck auf einem gesunden Niveau zu halten. Sie können

  • Ihr Gewicht reduzieren. Schon 5 Kilogramm weniger auf den Rippen können das Risiko von Bluthochdruck drastisch senken.
  • Tägliche Bewegung. Idealerweise sollten Sie Aerobicübungen absolvieren, damit Ihr Herz schneller schlägt, oder einen strammen Spaziergang unternehmen. Auch die Klassiker Joggen, Radfahren und Schwimmen bieten sich an. Denken Sie daran: Alles ist besser, als sich gar nicht zu bewegen.
  • Gesünder essen. Achten Sie genauer auf die Nährstoffampeln bzw. angegebenen Inhaltsstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen. Nehmen Sie weniger Salz, Zucker und gesättigte Fette zu sich – machen Sie Obst und Gemüse zu Ihrem täglichen Begleiter. Essen Sie fettigen Fisch wie Sardinen oder Makrelen und erhöhen Sie Ihre Kalzium- und Kaliumaufnahme mit Produkten wie Nüssen und Magermilch.
  • Weniger Alkohol trinken. Es ist nicht nötig, vollständig auf Alkohol zu verzichten. Es gibt sogar Belege, dass ein moderater Konsum blutdrucksenkend wirken kann. Denken Sie aber darüber nach, einige Tage in der Woche komplett auf Alkohol zu verzichten.
  • Falls möglich, Stresssituationen vermeiden, z. B. indem Sie auf Arbeit kürzer treten.
  • Ihren Blutdruck messen. Blutdruckmessungen sind wichtiger Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge – Sie können aber auch zwischen den Arztbesuchen eigene Messungen vornehmen. Auf dem Markt findet sich eine Vielzahl erschwinglicher Messgeräte.

Quellenangaben:
Bupa (2018). High blood pressure. Retrieved from www.bupa.co.uk/health-information/heart-blood-circulation/high-blood-pressure-hypertension
Mayo Clinic (2018). High blood pressure and pregnancy: Know the facts. Retrieved from www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/pregnancy-week-by-week/in-depth/pregnancy/art-20046098
American Pregnancy Association (2017). Preeclampsia: Symptoms, risks, treatment and prevention. Retrieved from americanpregnancy.org/pregnancy-complications/preeclampsia/